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15-Aug-18


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North American NA P-51 Mustang


Copyright © Rainer Lüdemann 2004 . Fotos alle Rechte vorbehalten.

Stand: 15 August 2018



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Der »Mustang« war unbestritten der beste alliierte Jagdeinsitzer, der im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Er übertraf alle sonstigen US-Jäger in der Geschwindigkeit, der Reichweite und der Wendigkeit und hatte bei Kriegsende alle Thunderbolt-Staffeln innerhalb der US Air Force bis auf eine einzige abgelöst. Kritik wurde später daran geübt, dass das Muster wegen anfänglichen Desinteresses viel zu spät zum Einsatz bei den amerikanischen Luftstreitkräften kam, wodurch schliesslich auch die Gesamt-Produktionsmenge (15 226 Stück) unter der der »Thunderbolt« blieb.Der Mustang entstand aufgrund britischer Anregungen. Im April 1940 bereiste eine englische Kommission die USA, um ein Nachfolgemuster für die Curtiss P-40, die sich auf dem europäischen Kriegsschauplatz nicht bewährte, zu bestellen. North American Aviation, die erst 1939 mit ihrer ersten Jagdflugzeugkonstruktion an die Öffentlichkeit getreten war, erklärte sich bereit, ein entsprechendes Jagdflugzeug gemäß der Ausschreibung, dazu gehörte auch  die Erstellung eines Prototyps innerhalb von 120 Tagen, zu entwickeln. Das Muster erhielt die Werksbezeichnung NA-73. Raymond Rice und Edgar Schmued, letzterer arbeitete vorher bei Fokker und Messerschmitt, leiteten das Konstruktionsteam. Nach 117 Tagen ab Entwicklungsbeginn verließ der Prototyp die Werkhallen, konnte allerdings erst sechs Wochen später, im Oktober 1940, zum Erstflug starten, da das Triebwerk noch nicht zur Verfügung stand. Die Flugerprobung verlief sehr zufriedenstellend. Die geringen Gesamtabmessungen, die erstmalige Verwendung eines Laminarprofils und die Verlegung des Kühlers unter die Rumpfmitte bewirkten eine spürbare Widerstandsverminderung. Ein Jahr nach dem Erstflug des Prototyps wurden die ersten Serienmaschinen an Großbritannien ausgeliefert. Sie erlebten am 27. Juni 1942 ihr Einsatzdebüt als Mustang I mit dem Army Cooperation Command, denn trotz der überragenden Leistungen war sie nicht für einen Jagdeinsatz geeignet, weil der verwendete Allison V-1710-39 mit 1100 PS Startleistung ein Motor war, der nur in niedrigen Flughöhen genutzt werden konnte. Zumal die Bewaffnung von zwei 12,7 mm-MG unter dem Motor und zwei 12,7 mm-MG sowie vier 7,7 mm-MG in den Flügeln für den Tiefangriff-Einsatz sprach. Die hohe Geschwindigkeit in geringer Höhe machte die Mustang I ausserdem zum idealen taktischen Fotoaufklärer. Dafür erhielt dieses Muster eine F-24-Kamera hinter dem Führersitz in den Rumpf eingebaut. Insgesamt wurden 620 Mustang I und Mustang IA, letzterer mit vier 20 mm-Kanonen anstelle der gesamten MG-Bewaffnung, an die RAF geliefert.

Fotos Rainer Lüdemann