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FLUGZEUGLEGENDEN www.aircraft-historyweb.de Fotos  Rainer Lüdemann


Copyright © Rainer Lüdemann 2004 . Fotos alle Rechte vorbehalten.

Stand: 05 August 2019



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Die Messerschmitt Me 262, die als erstes Turbinenflugzeug im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam, war ihrer Zeit um Jahre voraus. Trotz ihrer überlegenen Fähigkeiten konnte sie der Luftwaffe nicht mehr die erhofften Vorteile bringen. Obwohl schon im Jahr 1941 fertig für die Serienproduktion, stand sie erstmalig im Jahr 1944 bei trübem Herbstwetter auf dem schneebedeckten Flugplatz bei Rheine-Hopstein. Am schlanken Rumpf waren zwei freitragende Tragflächen montiert, unter denen je ein grosses Turbojet-Triebwerk hing. Das Heulen der Jumo 004B-1 Turbinen, der aufwirbelnde Schnee, der heisse, nach Paraffin riechende Luftstrahl verkündeten ein neues Zeitalter. Das vierte Kriegsjahr näherte sich dem Ende und in der Luft waren die Alliierten über allen Kampfgebieten überlegen.


Messerschmitt  Me 262


Ein neues Zeitalter der Militärluftfahrt begann

Schon vor der Entwicklung der viel versprechenden Heinkel He 280, die von sechsstufigen BMW P 3302- Triebwerken mit Axialverdichter angetrieben wurde, beschäftigte sich Heinkel mit zweimotorigen Flugzeugen. Der erste deutsche Düsenjäger, die Heinkel He 280 V2 (Prototyp), hob am 30. März 1941 um 15.18 Uhr von der Piste in Rostock-Marienehe ab. Geflogen wurde dieses Flugzeug von Fritz Schäfer. Sechs Wochen nach diesem Jungfernflug flog am 15. Mai 1941 erstmalig auch in Großbritannien das erste Düsenflugzeug; die Gloster E.28/39 mit einem von Whittle konstruierten W1X Strahltriebwerk mit 390 kp Schub. In Augsburg bei Messerschmitt gingen die Arbeiten an der Konstruktion P 1065, die sich zunächst durch keines der hervorragenden Merkmale des o.g. Heinkel-Flugzeuges auszeichnete und auch nicht die schöne Linienführung der Messerschmitt-Maschinen mit Kolbenmotoren aufwies, nur langsam voran. Ohne ihre beiden Strahltriebwerke hatte man sie mit einem 730 PS (545 kW) Junkers Jumo 210 G ausgerüstet, der einen Zweiblattpropeller antrieb. Dieses »hässliche Entlein« erhielt die neue Bezeichnung Messerschmitt Me 262 V 1 und wurde am 18. April 1941 zum ersten Mal geflogen. Das Flugzeug besaß noch ein Zweibeinfahrgestell und ein Heckspornrad. Ab der Variante Me 262 V5 wurde ein Dreibeinfahrwerk eingeführt, das von nun an zur Standardausführung dieses Flugzeuges gehören sollte. Dieser Prototyp hatte vorerst ein starres Bugrad. Die endgültige Me 262 V6 (Jumo 004B Triebwerke) flog am 17. Oktober 1943. Die VI +AA hatte ein einziehbares Dreiradfahrwerk, Bordkanonen, ein elektrisch betätigtes Leitwerk, automatische Vorflügel und Hinter-kantenklappen an den Hochgeschwindigkeits-Tragflächen. Bald sprach man auch von der Möglichkeit des Einsatzes der Me 262 als Jagdbomber.


Junkers Jumo 109-004 B-1