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Rainer Lüdemann

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Stand: 07 April 2013

 

 

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Legendäre Flugzeuge 
Fotos - Fakten - Informationen
07 April 2013
Short S. 25 Sunderland

Die Sunderland war eine Weiterentwicklung des zivilen Flugbootes S.23 Empire C-Klasse. Dieses Flugboot hat im Zweiten Weltkrieg als wichtigstes Patrouillen- Flugboot der Commonwealth-Streitkräfte einen legendären Ruf bekommen. Es war robust und zuverlässig und eignete sich für fast jeden Einsatz auf See. Besonders geeignet war es zur U-Boot-Bekämpfung, zum Seenotrettungsdienst oder für Aufklärungsaufgaben.
Genau wie sich das Short S.23 'Empire'-Flugboot der C-Klasse gegenüber allen anderen zivilen Verkehrsflugzeugen von Imperial Airways als auffallende Verbesserung darstellte, tat es auch ihr militärisches Gegenstück. Die Sunderland war sozusagen die Königin unter den See-Luftfahrzeugen der RAF. Luftwaffe-Piloten gaben ihr aufgrund ihrer starken Anwehrbewaffnung den Spitznamen `Fliegendes Stachelschwein'. Als das letzte dieser beliebten Flugboote am 20. Mai 1959 von der RAF außer Dienst gestellt wurde, hatte es mit 21 Jahren ununterbrochenen Einsatz auf See einen Rekord für diese Gattung Flugzeug aufgestellt.











Prototyp Short Sunderland S.25  K 4774











Short Sunderland  MK. I - L  2163

Die Sunderland geht auf die Spezifikation R.2/33 des britischen Luftfahrtministeriums aus dem Jahre 1933 zurück, die als Ersatz für den Short Doppeldecker Singapore III, dessen Produktion damals gerade bei Short Brothers in Rochester eingestellt wurde, ein neues See-Aufklärungsflugboot verlangte. Der Chefkon-strukteur der gleichen Firma, Arthur Gouge (später Sir Arthur Gouge), machte sich sofort daran, ein Angebot auszuarbeiten. Er hatte bei der Planung eines neuen zivilen Verkehrsflugbootes bereits große Fortschritte erzielt und war fast  der einzige britische Flugzeugkonstrukteur, der erkannte, dass die Ganzmetall-Ein-decker in Halbschalenbauweise, wie sie in den USA und in Deutschland gebaut wurden, bessere Flugmaschinen waren. Er konstruierte daher die S.23 als freitragenden Eindecker mit glatter, selbsttragender Haut, wobei er besonders großen Wert auf eine Reduzierung des Widerstands legte.

Arthur Gouge unterbreitete sein Angebot im Jahr 1934. Als Bewaffnung wurden eine Kanone Kal. 37 mm Coventry Ordnance Works in einem Bug-Cockpit oder einer Bugkanzel und ein einziges Lewis Maschinengewehr im äussersten Heck vorgeschrieben. Gegenüber der zivilen S.23 hatte das militärische Flugboot einen vollständig neuen Rumpf mit einem tieferen Querschnitt und mit einer langen Nase.
Als der Bau schon ziemlich weit fortgeschritten war, wurde be-schlossen, die Bewaffnung zu ändern.
Eine Bugkanzel mit einem Maschinengewehr sowie eine Heckkanzel mit vier Maschinengewehren waren vorgesehen. Dies entsprach einer ganz anderen Feuerkraft  als ursprünglich geplant. Die Ver-lagerung des Schwerpunktes konnte nur mit der Verlegung der Tragflügel, weiter nach hinten, ausgeglichen  werden.











Short Sunderland  Mk. I  L 2163
Von dieser kleinen Serie wurden 11 Maschinen gebaut

Der erste Prototyp, K4774 (siehe oberes Bild), der jetzt Sunderland genannt wurde, erhielt die ursprünglich vorgesehenen Tragflügel, die im Wesentlichen denen der zivilen C-Klasse entsprachen. Er wurde von J. Lankester Parker am 16. Oktober 1937 ohne Bewaffnung von dem Fluß Medway aus geflogen. Nach ersten Probeflügen wurde dieser Prototyp wieder ins Werk zurückgeschickt, um mit Pfeilflügeln ausgestattet zu werden. Das Flugboot flog dann erst wieder am 7. März 1938.
Die Sunderland wurde von Bristol Pegasus XXII Motoren von 1.010 PS (753 kW) angetrieben. Diese waren denen des zivilen Flugbootes leistungsmäßig überlegen. Die Sunderland war damit sogar leistungsstärker als jedes andere frühere Flugzeug der RAF.
Die Kraftstofftanks befanden sich zwischen den Flügelholmen in Form von sechs senkrechten, runden Tankbehältern mit einem Fassungsvermögen von 9.206 Litern. Dieses wurde später durch vier weitere Zellen ergänzt.
Fotos Royal Air  Force via David Johnson
Short Sunderland Mk III   ML 824
Fotos  Rainer Lüdemann